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Der Gmail Aprilscherz 2016 – das ging daneben

Geschrieben von David

Der 1. April. Ein Tag, der mir persönlich mittlerweile nur noch auf die Nerven geht. Jedes Unternehmen und jede Person in Sozialen Medien oder sogar Offline fühlt sich dazu aufgerufen „witzige“ Meldungen zu schreiben oder „witzige“ Features in ihr Produkt einzubauen.

Auch Google probiert sich Jahr für Jahr daran. Doch in diesem Jahr hat man mit dem „Scherz“ für Gmail eher in die Tonne gegriffen. Als neues Feature wurde im offiziellen Google-Blog Gmail Mic Drop vorgestellt. Das fügt der gesendeten Email ein Minion-Gif bei und soll das Ende dieser Konversation symbolisieren.

Theoretisch ein sogar relativ lustiger Aprilscherz, wenn er richtig funktionieren würde. Denn im Gmail Help Forum stapeln sich wenige Stunden nach der Einführung schon die Beschwerden. Viele haben aus Versehen auf den neuen „Gif einfügen und Email senden“ Button gedrückt, der sich direkt neben dem normalen „Senden“ Button befindet. Einige sind sich sicher, auf den normalen Button gedrückt zu haben, sehen aber in ihrer ausgehenden Email trotzdem besagtes Gif.

Die Folgen? Katastrophal mag es wirklich ziemlich gut treffen. Da wäre zum Beispiel der Bestatter, der den trauernden Eltern der gerade verstorbenen Tochter eine Email mit diesem Gif schickt. Oder der frustrierte Jobsuchende, der seine Bewerbungsemail aus Versehen mit diesem Gif verziert.

Zwei von unzähligen verärgerten Mitteilungen und Rückmeldungen aus dem Gmail Help Forum. Dieser Aprilscherz ist für Google wahrlich richtig nach hinten los gegangen. Man kann Aprilscherze ruhig machen und die Idee hinter diesem ist ja auch nicht so übertrieben schlecht. Allerdings hätte Google zu jeder Zeit sicher stellen müssen, dass kein einziger Nutzer dieses Gif unfreiwillig und unbeabsichtigt schickt. Über Emails kommuniziert man nicht nur lustige Dinge, sondern natürlich auch ernste und seriöse Themen, da kann man so etwas nicht bringen. Mittlerweile scheint auch Google dieses Feature unangenehm zu sein, es wurde (vorläufig?) wieder entfernt. Der Imageverlust und die Unsicherheit beim Nutzen von Gmail (eine Email wurde ohne aktives Zutun des Nutzers nachträglich beim Senden noch verändert) werden aber sicherlich immens sein.

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David