Netzthemen Produktivität

Mein digitales Leben ohne Google – Die Gründe (Teil 1)

Geschrieben von David

In dieser Reihe beschreibe ich warum und wie ich versuche möglichst wenige Google Dienste und Produkte in Zukunft zu nutzen. Im ersten Teil skizziere ich meine Gründe für diesen Schritt und was ich mir davon erhoffe.

Google, das ist das all umspannende Netzwerk im Internet, das gefühlt über all seine virtuellen Hände im Spiel hat.

Und ganz objektiv gesehen, bietet Google ja tatsächlich eine ganze Menge gemessen daran, was man dafür (mit Geld) bezahlt. Noch immer ist Gmail eine der besten E-Mail Dienste mit der leichtesten Bedienung und den meisten Funktionen, ohne dass der durchschnittliche Nutzer darauf angewiesen ist für mehr Speicherplatz oder das Anlegen von Filterregeln (ja, das lassen sich einige Anbieter wie z.B. die Telekom tatsächlich bezahlen) dafür Geld loszuwerden.

Dann ist dann natürlich die Google Suche, die zum Synonym für das Suchen im Internet („Googeln“) geworden ist und dank personalisierten Suchergebnissen eigentlich immer die passenden Antworten liefert. Auch relativ neue Dienste wie Google Fotos erfreuen sich jetzt schon großer Beliebtheit, löst es doch das Problem der Foto Verwaltung auf die Google Art und Weise: Mit cleveren Algorithmen und ohne dass der Nutzer viel selbst erledigen muss.

Persönliche Daten sind nicht mehr persönlich – der Kunde ist das Produkt

Doch all das hat die Konsequenz, dass letztendlich der Nutzer selber mit seinen Daten aus den unterschiedlichen Google Diensten „zahlt“, fleißig Algorithmen füttert und direkter Teil einer gigantischen (PR-) Maschinerie ist. Google macht ja aus diesen Tatsachen keinen Hehl, doch vielen Menschen ist es schlichtweg egal was mit ihren Daten passiert, sei es aus Faulheit, oder weil sie eben keine Alternativen kennen.

Viel zu lange habe auch ich da ziemlich bedenkenlos mitgespielt und erst in den letzten drei bis vier Jahren habe ich mir überhaupt Gedanken darüber gemacht, welche Unmengen an Daten ich hier einem einzigen Unternehmen zur Verfügung stelle. Während sich andere Unternehmen wie Microsoft und Apple vorwiegend über Soft- bzw. Hardware finanzieren und als Kerngeschäft ansehen, finanziert sich Google eben über die Daten seiner Nutzer. Hier ist man als Nutzer eines Google Produktes eben kein Kunde dieser Firma, sondern direkt das Produkt selber. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Beschränkte Lebenszeit einzelner Produkte – das Problem des Business Modells

Nur für wenige Produkte von Google bezahlt man „richtig“ mit Geld. Dazu gehören beispielsweise ‚Google Drive‘ (wobei da auch schon 15 GB frei sind, bei ‚Dropbox‘ lediglich 2 GB) und das eher in Richtung Business orientierte ‚Google Apps‘. Dies ist dann auch das Problem der einzelnen Produkte. Sie müssen sich für Google in dem Sinne lohnen, als dass sie in ihren Augen genug Daten ihrer Benutzer zur Auswertung erhalten. Stimmt für Google diese Kalkulation nicht mehr, besteht überhaupt kein Skrupel selbst populäre Dienste relativ kurzfristig abzuschalten, egal wie viele aktive Nutzer das Produkt hat. Prominente Beispiele sind die kostenlose Version von ‚Google Apps‘, ‚Google Latitude‘ und natürlich ‚Google Reader‘.

Bei der Nutzung eines Google Produktes kann man sich also keinesfalls sicher sein, dass dieses Produkt eine Zukunft hat, weil es von vielen genutzt wird. Hier setzt Google einfach andere Massstäbe an, eben weil Nutzer keine monatliche Gebühr bezahlen, wie es bei anderen Web-Services der Fall ist.

Der Anfang dieser Reihe

In der kleinen Reihe ‚Mein digitales Leben ohne Google‘ möchte ich darstellen, ob und wie ich es schaffe mich soweit wie möglich von Google Produkten zu lösen und Alternativen zu finden. Dabei geht es um grundliegende Sachen wie Email und Kontakt- & Kalenderverwaltung, Foto Management, Smartphones, aber auch um Navigation und Tools für Webseiten-Betreiber.

Es wird sicherlich ein spannendes Projekt, auch wenn ich in einigen Teilbereichen schon etwas länger ohne Google Produkte auskomme, werde ich trotzdem einen Blick zurück werfen und meine bisherigen Erfahrungen sowie Vergleiche zum Produkt von Google anstellen.

Über den Autor

David