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Microsoft Outlook: Auf Android und Mac OS X für mich nicht nutzbar

Geschrieben von David

Microsoft bringt mich zur Verzweiflung. Seit Steve Ballmer weg ist und Satya Nadella am Ruder steht, hat das Unternehmen aus Redmond so viele gute Ideen präsentiert und macht so viele Sachen richtig, aber irgendwie steckt in wirklich jedem Produkt das ich ausprobieren möchte auf den letzten Metern der Wurm drin und hinterlässt so lediglich einen halbfertigen Eindruck. Hier beispielhaft einmal Outlook.

Auf Outlook.com sowie die Desktop App und vor allem die runderneuerten mobilen Apps für iOS und Android ist Microsoft besonders stolz und präsentiert diese gerne als absolute Produktivitätsmonster. Doch hinter der schönen Fassade sind sowohl die mobile Outlook App für Android und die Mac OS X Version der App an wichtigen Stellen funktional für mich nicht zu gebrauchen.

Die mobile Outlook App

Ende 2014 kaufte Microsoft Acompli, die bis dato eine sehr gute iOS und Android Email-App anboten. Irgendwann verschmolzen die beiden Apps unter Mitwirkung des ehemaligen Acompli-Teams zur Microsoft Outlook App wie wir sie heute aus den App Stores kennen.

Eigentlich ist Microsoft Outlook ja auch eine fantastische App. Fokussierter Posteingang, konfigurierbare Wischgesten, alles schön ansprechend gestaltet. Warum der Kalender keine reine Monatsübersicht sondern drei für mich nicht hilfreiche Ansichten bietet und für die Kontakte keine Filtermöglichkeit besteht, das kann aber wohl nur Microsoft beantworten. Das wäre ja auch eigentlich alles gar nicht so schlimm. Auch dass die Anlagen Funktion mit dem Anzeigen von OneDrive (und Dropbox Dokumenten) für mich relativ sinnlos ist, alles gar nicht so wild.

Der Wahnsinn kommt erst bei einer der beiden Hauptfunktionen der App. Eine Email App sollte vernünftig Emails empfangen (& darüber benachrichten) sowie es ermöglichen Emails zu verschicken, so meine ich jedenfalls. Den ersten Teil erledigt Outlook ja auch ziemlich gut. Der zweite Teil macht mich wirklich ärgerlich. Wie auch z.B. bei Gmail ist es über den Microsoft Email Dienst Outlook.com möglich, Emails von anderen Email Adressen als der Haupt-Emailadresse zu senden. Diese Email Adressen nennen sich dann Alias. Ein Alias kann z.B. eine Email Adresse einer eigenen Domain sein, die bei einem Hosting Anbieter liegt, oder auch eine unter Outlook.com schnell erstellte Email Adresse, wenn man für z.B. Gewinnspiele und Newsletter nicht direkt seine primäre Emailadresse verwenden möchte. Dies funktioniert bei mir in der Web-Version von Outlook.com auch sehr gut. Sowohl von unterschiedlichen Aliasen mit @outlook.com-Endung als auch mit verschiedenen eigenen Domains klappt das empfangen und auch versenden von Emails problemlos.

Offenbar hat man aber bei der Implementierung dieser Funktion genau von zwölf bis Mittag über diese nachgedacht und dementsprechend sieht auch das Ergebnis in der mobilen Outlook App aus. Obwohl in den Einstellungen alle von mir erstellten Aliase fein säuberlich aufgelistet sind, ist es mir nicht möglich aus der App mit diesen Aliasen eine Email zu verschicken. Beim Verfassen einer neuen Email tauchen diese Aliase schlicht und einfach nicht im dafür vorgesehenen Von-Feld auf, sondern lediglich meine Primäre Emailadresse.

Über diese unfassbare Tatsache beschweren sich Nutzer schon seit mindestens Ende 2012 (hier und hier zwei Beispiele von vielen) in der Microsoft Community, passiert ist aber überhaupt nichts.

Outlook für Mac OS X

Mit Office für den Desktop habe ich immer eine „Produktivitätszentrale“ verbunden. Emails, Kalender, Kontakte und Aufgaben übersichtlich dargestellt in einer App, eine für mich gute Vorstellung. Bislang muss ich in OS X für jeder dieser Funktionen eine eigene App öffnen, ‚Mail‘, ‚Kalender‘, ‚Kontakte‘ und ‚Todoist‘. Es wäre doch toll, dies in einer App zu vereinen.

Leider ist für mich Outlook (zumindest unter Mac OS X) in dieser Hinsicht völlig unbrauchbar. Emails werden sowohl zu Fastmail als auch zu einem extra dafür angelegten Outlook.com Account synchronisiert. Das ganze sieht auch – dank ein bißchen mehr Farbe im Interface – subjektiv frischer und schöner aus als das angestaubt wirkende ‚Mail‘.

Dann aber der Hammer: Zumindest die Mac OS X Version von Outlook kann sich nicht mit externen Konten für Kalender und Kontakte synchronisieren. Ja, auch im Jahre 2016 ist Microsoft der Ansicht, Kalender und Kontakte sollten besser ausschließlich lokal gespeichert werden. Ich bin ja – so wie beim Alias Problem mit der mobilen Outlook App – von einem Fehler ausgegangen, das konnte einfach nicht stimmen. Doch laut der offiziellen Microsoft Office Übersicht zur Synchronisation ist es tatsächlich nur mit einem Exchange Account möglich alles was über Mail hinaus geht zu synchronisieren. Es ist nicht vorgesehen weitere Konten für die Synchronisation von Kalender, Kontakte und Co. einzurichten. Nicht einmal mit einem Outlook.com Account ist es möglich diese Daten zu synchronisieren, dort in der Web-Oberfläche angelegten Termine oder Kontakte müssten dann also entweder per Hand oder mittels anderer Tools in Outlook für Mac OS X eingetragen werden.


Ich habe mit diesen beiden Beispielen inzwischen wirklich das Gefühl, dass die Produktabteilung Outlook bei Microsoft noch im Jahre 2006 stehen geblieben ist und noch nicht realisiert hat, wie Menschen heutzutage arbeiten und Outlook nutzen möchten. Im Rahmen meiner Reihe Mein digitales Leben ohne Google – in der ich auf der Suche nach Alternativen zu Google Produkten bin – war natürlich bislang auch Outlook.com auf der Liste der Dienste, die Gmail potentiell hätten ersetzen können. Wenn ich mir aber so angucke, wie aber schon die Programme und Apps rund um Outlook.com von Microsoft selber vernachlässigt werden, muss ich mir das noch mal ganz genau überlegen…

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David