Netzthemen

Was, wenn Apple falsch liegt?

Jeder hat in den vergangenen Wochen den Showdown zwischen dem FBI und Apple bezüglich der Verschlüsselung von iPhones mitbekommen.

Die große Mehrheit an Kommentatoren und auch Nutzern von Smartphones scheint dabei hinter Apple zu stehen und befürwortet den Standpunkt von Apple, hinter dem sich – aber deutlich vorsichtiger – auch andere Tech-Giganten wie Microsoft und Google verstecken.

Auch ich bin natürlich für Verschlüsselung und dem Grundsatz ‚was Privat ist muss auch Privat bleiben‘, nichtsdestotrotz ertappte ich mich oft bei dem Gedankenansatz von „ja, aber…“.

The issue looks much different in crimes like Godfrey’s murder. In cases like that, local cops who have much scarcer resources than the FBI can find themselves with little to go on. Evidence that once could be found inside cameras, notepads, address books, calendars, and ledgers often now exists only on phones.

Brian Bergstein – MIT Technology Review

Der Artikel von Brian Bergstein befasst sich ausführlich und ausgewogen mit der Frage, was die Verschlüsselung und der fehlende Zugriff durch Strafverfolgungsbehörden auf eben diese bedeutet. Er zeigt ein Beispiel auf, wo ein von Apple entschlüsseltes iPhone der Polizei half den richtigen Mörder zu finden und den unschuldig verhafteten zu entlasten. Bergstein führt auch das Beispiel Brittney Mills an, die wahrscheinlich von einem ihr Bekannten erschossen wurde. Ihr iPhone könnte der Schlüssel dazu sein ihren Mörder zu finden, doch es ist nicht möglich dieses zu entschlüsseln. Obwohl also auch das Opfer sicherlich wollen würde, ihren Mörder zu überführen, ist dies nicht möglich, weil keiner ihren Passcode für ihr iPhone kennt.

Es ist also nicht immer nur ein Schwarz-Weiß-Denken, dieses Thema bringt so viele Komplikationen mit sich, die sich nicht zweifelsfrei in Ja oder Nein unterbringen lassen. Vor allem, wenn man persönlich auf irgendeine Art und Weise damit konfrontiert wird, wird dieses Thema um so viele Faktoren emotionaler.

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David